142 km/h statt 70
Ich habe mir dazu natürlich auch meine Gedanken gemacht. Der Unfall fand ja wohl als Folge eines Überholvorganges mit erhöhter Geschwindigkeit statt. Möglich, dass er die Insassen des überholten Fahrzeugs spontan und nach munterer Art des Hauses grüßen wollte, so wie es in Haiders rustikalen Kreisen gute Sitte ist. Vielleicht ereignete sich hierbei aber ein motorischer Konflikt: das schneidige Ausstrecken des rechten Armes hätte unweigerlich zu einer schmerzhaften Berührung der Windschutzscheibe oder des Fahrzeughimmels an den empfindlichen Fingerspitzen geführt. Ob es zu dieser Bewegung kam, oder ob Haider - die räumlichen Restriktionen vorhersehend - die reflexhafte Handbewegung schnell in eine entsprechend zackige Fußbewegung überführte und somit akzelerierte, dies also eine aus der Not heraus entstandende Kompensationsleistung war, oder wir es nicht überhaupt mit einer nervösen Übersprungshandlung zu tun haben, unter denen ja bekanntlich viele Menschen leiden, wenn sie aufgrund eines Übermaßes an Güte, Gelassenheit, Toleranz und Rücksichtnahme bestrebt sind, den für die übrigen Verkehrsteilnehmer zweifellos beunruhigenden Vorgang des Überholens einerseits ganz zu unterlassen, andererseits aber wenn schon, dann doch bitte nur so kurz (und damit so angenehm) wie möglich zu gestalten, werden wir leider kaum erfahren. Fest steht nur, dass er dann geflogen ist. So weit hat ihn die schiere Menschenliebe also gebracht, dass er bereits zu Lebzeiten engelsgleich wurde - zumindest im Straßenverkehr. Bedauerlicherweise wurden Flugdatenschreiber und Voice-Recorder bislang nicht gefunden. Wir ahnen natürlich, dass auf dem Band zu hören sein wird, wie der herzensgute Mann noch zwei warme Worte ruft. Welch Ironie des Schicksals wäre das. Denn heil ist der Haider nicht geblieben, und gesiegt hat letztlich ein Betonpfeiler.

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Aber aber, Herr Heinzmann - es war doch natürlich der Mossad, der´s Jörgl aufm Gewissen hat...

Sie haben Sorgen! Haider war Samstag. Heute fehlt Krömer!
Herzlichst